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Insel Foúrnoi Es hätte durchaus eine schöne, ruhige Bootstour zu den Foúrnoi-Inseln werden können. Leider ist das eingetreten, was auf dem Meer immer schnell passieren kann: ein Wetterwechsel in kürzester Zeit. Doch der Reihe nach... An unserem vorletzten Urlaubstag in Jahre 1993 unternahmen wir eine Tagestour zur Insel-Gruppe Foúrnoi - fast exakt auf halber Strecke zwischen Sámos und Ikaria gelegen. Mit dem kleinen Fischerkutter "Manouela" starteten wir ab Ormos Marathokambos, da das Schiff wegen starken Seegangs am Steg in Votsalakia nicht anlegen konnte. |
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Das hätte uns ja an und für sich warnen sollen! Die Foúrnoi-Inseln, eine Gruppe mehrerer kleiner und größerer Inseln, besitzt zusammen etwa eine Fläche von 30 qkm. Die Hauptinsel Foúrnoi und die Inseln Àgios Minás sowie Thýmaina sind die bekanntesten. Auf den Inseln leben 1300 Einwohner, überwiegend Fischer, trotzdem ist Foúrnoi immer noch ein touristisches Niemandsland. |
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Dafür weisen die Inseln wunderschöne Buchten und Strände auf und sind damit ein ideales Ziel für Touristen, die ihren Urlaub gerne in Einsamkeit und Naturnähe verbringen möchten. Durch den fehlenden Autoverkehr - es gibt nur ein paar Versorgungsfahrzeuge - regiert hier eine herrliche Ruhe. Mittelpunkt des Inselstädtchens Foúrnoi bildet die Platía mit der angrenzenden Nikolauskirche. Es gibt es einige kleine Läden, Kafenía und Tavernen, in denen Sie auf jeden Fall fangfrischen Fisch probieren sollten. |
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Sehr entspannt kann man im Hafen dem Treiben der Fischer zuschauen. Hin und wieder legt ein umgebauter Fischkutter - wie unsere Manouela - an, lädt seine Passagiere aus und nimmt neue auf. Für Unterkünfte stehen diverse einfache Pensionen und Privatzimmer zur Verfügung. Die Vermieter kommen bei Ankunft eines Schiffes in den Hafen und bieten Ihnen lautstark und wild gestikulierend ihre Unterkünfte an. Bademöglichkeiten sind reichlich in den vielen kleinen Buchten vorhanden - wir waren damals in der Kamaría-Bucht. |
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Auch der schönsten Tagesausflug geht einmal zu Ende. Bereits bei der Ankunft in Foúrnoi teilte uns der Kapitän eine um 90 Minuten vorgezogene Abfahrtszeit mit - er ahnte fraglos, was noch auf uns alle zukommen würde. Nachdem wir den geschützt liegenden Hafen verlassen hätten, wurde dann auch uns klar, weshalb die Manuela früher ausgelaufen ist: Es kam Wind auf - und das wahrlich nicht zu knapp! Egal, uns beiden macht es im Prinzip immer viel Spaß, wenn das Boot ein wenig schaukelt und sich die Passagiere krampfhaft an der Reling festhalten. Dieses Mal sollte aber auch uns das Vergnügen im Halse stecken bleiben! |
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Binnen Minuten nach dem "KKE-Felsen" hatten der Kapitän und sein Matrose alle Hände voll zu tun. Eine der Rettungsinseln hatte sich gelöst und beim Aufprall auf das Deck fast einen Passagier zerdrückt. Auch am Bug - dort saß natürlich nun niemand mehr - lösten sich immer wieder Teile und drohten ins Meer zu stürzen. Wir beide hielten uns mit immer klammer werdenden Fingern an der kleinen Holzbank fest, bekamen eine Dusche nach der anderen ab und versuchten, wenigstens die Fotoausrüstung mit unseren Badetüchern zu sichern. |
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Den anderen Mitfahrern ging's teilweise richtig dreckig. Einigen wurde dermaßen schlecht, dass sie nur noch über der Reling hingen, von anderen Fahrgästen links und rechts gestützt und festgehalten. Andere legten sich flach auf den Boden und wechselten die Gesichtsfarbe von einer Minute zur anderen. Stellenweise war die Dünung dermaßen stark, das die Schraube aus dem Wasser kam, was die Drehzahl des Diesels rapide erhöhte und uns erschrecken ließ. Der Sturm hatte unterdessen Stärke 8 bis 9 erreicht. Wir konnten zwar die Lichter im Hafen von Ormos Marathokampos sehen, aber der Kapitän musste immer wieder das Boot aus dem Wind nehmen, um nicht zu kentern. Dadurch erhöhte sich unsere Fahrzeit von geplanten zwei - auf am Ende knapp vier Stunden! Eine Seefahrt, die ist lustig? Bei uns kam unterdessen zeitweise so etwas wie Todesangst auf, auch wenn sich das jetzt theatralisch anhören sollte. Wir hatten im Prinzip nicht mehr damit gerechnet, unbeschadet in Ormos anzukommen, da ständig meterhohe Wellen wie eine schwarze Wand vor uns auftauchten und mit der "Manouela" machten, was sie wollten. Gegen 20 Uhr - mit mehr als zwei Stunden Verspätung und durchnässt bis auf die Haut - schafften wir es dann doch noch, den (sicheren) Hafen zu erreichen. Dort war inzwischen das halbe Dorf zusammengelaufen, um sich das Spektakel live und in Farbe anzusehen. Mit vielen Tauen und starken Männern hatte der Kapitän dennoch über eine halbe Stunde zu kämpfen, die Manuela halbwegs sicher festzumachen. Die Mole wurde von der Brandung ständig überspült, es war glitschig wie auf Schmierseife und regnete in Strömen. Wir hatten die Nase gestrichen voll, nahmen uns schnell ein Taxi und fuhren zurück nach Votsalakia, wo wir im gleichnamigen Restaurant noch einen letzten Schlummer-Drink nahmen. - Auf ein Abendessen haben wir vorsorglich verzichtet. |
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